Inhalt und Begründung:
Die Bundesregierung hat sich im Rahmen ihrer Gigabitstrategie das Ziel
gesetzt, Deutschland bis 2030 flächendeckend mit Glasfaser zu erschließen. Mit
der Gigabitförderung 2.0 und den neu gestarteten Förderaufrufen vom 30. April
2024 wird kontinuierlich an dem Ziel gearbeitet, bis 2030 Glasfaser in jedes
Haus zu bringen. Um sicherzustellen, dass das Potenzial des
privatwirtschaftlichen Ausbaus und die eigentlichen Förderbedarfe vorab
prioritär ausgelotet werden, sind Branchendialoge ab diesem Jahr verpflichtend
durchzuführen. Die Branchendialoge finden zwischen den Kommunen und den
Telekommunikationsunternehmen vor dem Start eines Markterkundungsverfahrens und
einer Förderantragstellung statt. Das Gigabitbüro des Bundes stellt dazu im Auftrag
des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr seit April 2024 die
Handreichung „Durchführung von kommunalen Branchendialogen für den
Gigabitausbau“ bereit.
Auch wenn es in Bernau bereits seit 2021 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Provider DNS:NET gibt, hat diese offensichtlich nicht die erhoffte Wirkung entfaltet. Und auch wenn die Deutsche Telekom den Glasfaser-Ausbau für bis zu 9.000 Bernauer Haushalte angekündigt hat, gibt es weiterhin viele „weiße“ (Datenrate <30 Mbit/s) und „graue“ Flecken (Datenrate <200 Mbit/s) in verschiedenen Bernauer Stadt- und Ortsteilen. Diese gilt es, bis spätestens 2030 zu beseitigen.
Umso wichtiger ist es nun, die Branchendialoge zu führen. Denn nur im Dialog mit den Telekommunikationsunternehmen ist ersichtlich, welche Teile der Stadt voraussichtlich auf absehbare Zeit nicht eigenwirtschaftlich ausgebaut werden und für welche ein Förderverfahren im Zuge von Bundes- und/oder Landesförderung angestoßen werden muss.
Mit den bereits bereitgestellten Mitteln können eine technische und
juristische Unterstützung, die Aufbereitung von Datengrundlagen und
Geoinformationen für den Glasfaserausbau sowie die Vorbereitung und
Durchführung von Branchendialogen finanziert werden.
Die Bekanntmachung eines Branchendialogs erfolgt über das
Eigenwirtschaftliche Ausbauportal (EWA-Portal) des Gigabitbüro des Bundes.
Kommunen und Netzbetreiber können hier direkt miteinander in Kontakt treten, um
gemeinsam den Gigabitausbau in den Regionen zu planen. Dafür können Kommunen
auf dem EWA-Portal ein kostenfreies Profil mit relevanten Informationen
anlegen, um sich so den Netzbetreibern als potenzielles Ausbaugebiet
vorzustellen. Netzbetreiber können die Kommunen daraufhin direkt kontaktieren.
Beschlussvorschlag:
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, über des EWA-Portal des Bundes für
die Stadt Bernau einen Branchendialog mit den Telekommunikationsunternehmen zu
initiieren, um den Glasfaserausbau im Bernauer Stadtgebiet samt allen Orts- und
Stadtteilen zu forcieren. Ziel der Branchendialoge soll ein zügiger und
ausgewogener Glasfaserausbau in Bernau sein, bei dem die Balance zwischen
privatwirtschaftlichem und gefördertem Ausbau gewahrt wird. Hierzu sollen die
vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit der Gigabitförderung 2.0
bereitgestellten Mittel für Beratungsleistungen genutzt werden.
Finanzielle
Auswirkungen: Durch die Verwaltung zu ermitteln.
