Betreff
BVB / FREIE WÄHLER Bernau: Ortsumgehungsstraße für Bernau: Resolution der Stadtverordnetenversammlung
Vorlage
7-0692
Art
Fraktionsvorlage

Inhalt und Begründung:
Mindestens seit der Wende wird in Bernau um die Realisierung einer Ortsumgehungsstraße gerungen. Hierbei wurden insbesondere in den 90er Jahren verschiedene Möglichkeiten erörtert, jedoch nie konkret umgesetzt. Der ursprüngliche Vorschlag einer „kurzen Umgehung“ von der L314 ausgehend südlich des S-Bahndammes bis zur L200 ist bei Weitem nicht ausreichend. Die im Bau befindliche Ladestraße führt zu einer gewissen Entlastung, vermag aber nicht den überörtlichen Durchgangsverkehr aus der Stadt herauszuleiten. Im Übrigen wird diese kommunal finanziert, während der Bedarf nach Realisierung einer weiträumigen Umfahrung Aufgabe des Landes ist.

 

Aufgrund der Bevölkerungs- und damit einhergehenden Verkehrsentwicklung in der Stadt erscheint das derzeitige Straßennetz als nicht ausreichend. Als achtgrößte Stadt Brandenburgs mit mittlerweile über 40.000 Einwohnern ist es nicht hinnehmbar, dass überörtlicher Verkehr regelmäßig durch die (erweiterte) Innenstadt geführt werden muss. Die Folge sind nicht nur Staus auf diesen, sondern auch den querenden Achsen. So sind in der Straßenverkehrsprognose 2030 (erstellt im Jahr 2018) für die L200 und die L30 bis zu 11.000 Kfz je 24 Stunden prognostiziert, was angesichts der innerörtlichen Lage Veränderungsbedarfe nach sich zieht.

 

Daher ist im Rahmen einer Überprüfung des vor 10 Jahren beschlossenen Landesstraßenbedarfsplans die Ortsumgehungsstraße für Bernau nach vorn zu priorisieren.

 

Anzustreben ist hierbei eine weiträumige Umfahrung, die von der Anschlussstelle Bernau-Süd beginnt, die Siedlungsgebiete Lindow, Süd, Nibelungen umfährt (ggf. unter Nutzung der L236, aber ohne das Siedlungsgebiet Börnicke zu tangieren) und wieder auf die L200 stößt. Weiterhin sollte das Gewerbegebiet Ladeburg angebunden und eine Wegführung hin zur Anschlussstelle Bernau-Nord realisiert werden, die das Siedlungsgebiet von Ladeburg nicht tangiert.
Zudem sollte eine autobahnparallele Wegführung über den S-Bahnhof Friedenstal den Ring an der Anschlussstelle Bernau-Süd abschließen.

 

Die Stadtverordnetenversammlung Bernau geht davon aus, dass den gewachsenen Bedürfnissen der Stadt im Hinblick auf die Realisierung von Verkehrsinfrastruktur Rechnung getragen wird und das Land hierbei seiner Verantwortung gerecht wird.

 

Die Stadtverwaltung wird gebeten, diesen Beschluss der Landesregierung zu übermitteln.

 

 


Beschlussvorschlag:
Die Stadtverordnetenversammlung Bernau bekräftigt die Forderung nach Realisierung einer weiträumigen Ortsumfahrung der Stadt Bernau. Die Bevölkerungs- und Verkehrsentwicklung begründet eine Notwendigkeit in weiterhin hohem Maße. Die Landesregierung wird gebeten, im Rahmen der Überprüfung des Landesstraßenbedarfsplans einer Ortsumgehungsstraße für Bernau eine besondere Priorität beizumessen und deren Realisierung voranzutreiben.

 

 


Finanzielle Auswirkungen:         Nein